Gebetsübung zur Stille

Seit drei Wochen herrscht wieder der Lockdown in Deutschland. Und obwohl er nur „light“ sein soll, empfinden wir ihn möglicherweise als ziemlich „heavy“.

Für diese Zeit haben wir wieder eine Online-Gruppe eingerichtet, die sich diesmal mit dem Thema der christlichen Meditation, der Kontemplation und der Gebetsstille beschäftigt. (Wer mitmachen will, kann gerne direkt Matthias Störmer ansprechen und bekommt den Link).

„Stille“ ist nicht gleich „Stille“. Manchmal kann es um uns herum ruhig sein, und wir sind innerlich aufgewühlt. In der Zeit, wo wir nicht selbstverständlich Veranstaltungen besuchen und nach Herzenslust Leute treffen können, rückt die Besinnung auf diese „inneren Werte“ unweigerlich neu ins Zentrum – oder sie wird zum Problem, wenn uns die Decke auf dem Kopf fällt oder wenn wir durch den eingeschränkten Lebensrhythmus auf einmal die weniger schönen Seiten an uns selbst wahrnehmen.

Eine große Hilfe, sich dieser Stille positiv zu nähern, liegt in der christlichen Tradition von Kontemplation und Gebet. (Buchtipp: Phileena Heuertz: „In der Tiefe der Stille“, Herder Verlag)

  1. Hier ist eine erste Übung, die sich an einem Satz aus Psalm 46,11 orientiert:
    „Sei still und erkenne: Ich bin Gott.“

In der Gebetsstille rufen wir uns diesen Satz ins Gedächtnis und meditieren ihn für einige Atemzüge. Dann lassen wir jeweils einen Teil des Satzes weg, so dass er immer kürzer wird – und dass dabei neue Aspekte seiner Aussage betont werden:

„Sei still und erkenne: Ich bin Gott“

„Sei still und erkenne: Ich bin.“

„Sei still und erkenne.“

„Sei still.“

„Sei.“

Nach jeder Verkürzung des Satzes meditieren wir diese neue Aussage für einige Momente, bis wir beim „Sei“ angekommen sind. Dort können wir für einige Minuten verharren und schließen dann mit einem „Amen“ ab.

Ich wünsche Ihnen und euch Gottes Segen für dieses meditative Gebet!