Jesus – find‘ ich dufte!

Palmsonntag!

Der letzte Sonntag der Passionszeit – Beginn der Karwoche.

Im Evangelientext finden wir passend dazu die Geschichte vom „Einzug in Jerusalem“, von der dieser Sonntag auch seinen Namen hat:


Johannes Kapitel 12:
12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, 13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! 14 Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): 15 »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« 

Bewusst wählte Jesus eine Inszenierung, die an alte biblische Verheißungen anknüpfte. Die Erwartung eines „Gesalbten Königs“, der Israel aus der Unterdrückung befreit und zu neuer Herrlichkeit führt, war ein typisches Merkmal dieser Zeit. Besonders zum Passahfest lag eine besondere Erwartung in der Luft. Deswegen ist es kein Wunder, dass die Menschen so überschwänglich und fröhlich reagieren.
Um so größer ist die Enttäuschung, als Jesus dann von den Römern vor Gericht gestellt und gekreuzigt wird.
Jesus wählt bewusst den Weg der Passion – des Leidens. Er will kein irdischer politischer König sein, sondern er wird stattdessen der „König der Herzen“ auf eine viel realere Weise als es beim Einzug in Jerusalem den Anschein hatte.

Es wäre toll, wenn Gott die Krisen dieser Welt gemäß unseren Erwartungen lösen würde. „Jubelrufe und Palmzweige“ wären ihm sicher. Die Krise, durch die unsere Welt gerade gemeinsam geht, zeigt uns einmal mehr, dass Gott nicht so „funktioniert“, wie wir ihn gerne hätten. Allerdings ist die Passionszeit auch nicht die Botschaft der einfachen Lösungen. Sie ist die Botschaft, dass Gott sich bewusst mit uns auf eine Stufe stellt. Er will nicht als Popstar „angehimmelt“ werden. Stattdessen geht er zum Kern des Problems: Die Sünde, die uns von ihm trennt, überwindet er.

Hier der Gestaltungstipp für diese Woche:

Die Karwoche bietet reichlich Gelegenheit, noch einmal in sich zu gehen. Wie wäre es damit, bewusst ein paar Stunden für eine „Zeit allein mit Gott“ zu gestalten. Vielleicht als Spaziergang oder in einem schön gestalteten Raum? Mit einem Bibeltext als „Rahmen“ und der Gelegenheit, mit Jesus zu reden wie mit einem Freund. Was sind meine Erwartungen an Gott? Und was sind seine Pläne mit mir?


Noch ein Buchtipp passend dazu: Jakob Friedrichs: „Ist das Gott oder kann das weg“. Ein kurzes und intensives Buch – passend zur Passionszeit.