Gemeinde – Minenfeld

Gemeinde kann der Himmel auf Erden sein.
Aber nicht immer.
Vor den Sommerferien habe ich ja eine etwas grundsätzlichere Predigt über Gemeinde gehalten. Dabei habe ich von verschiedenen Feldern gesprochen, auf denen wir uns in der Gemeinde bewegen:

…das Minenfeld, weil wir es mit schwierigen Menschen zu tun haben, allen voran wir selbst,
…das Sichtfeld unterschiedlicher Perspektiven
…das gemeinsame Spielfeld von Gaben und Aufgaben
…das Übungsfeld für die persönliche und geistliche Entwicklung
…das Umfeld der Gemeinde, in das wir von Gott hineingestellt und hinein gesendet sind.
…das Kraftfeld der Liebe Gottes, in dem wir gemeinsam leben.

Heute möchte ich wieder daran anknüpfen und mal über das Feld sprechen, was uns vielleicht am wenigsten sympathisch ist. Gemeinde als Minenfeld.


Wo Menschen miteinander umgehen, treffen unterschiedliche Charaktere aufeinander, unterschiedliche Vorstellungen, und manchmal berühren wir einen wunden Punkt, und es kommt zu einer Explosion. Wo Menschen miteinander unterwegs sind, in Gesellschaft, Gemeinde oder auch nur in der eigenen Familie, da fliegen ab und zu einmal die Fetzen. Schön ist das nicht, aber es ist nun mal so. Die Frage ist, wie gehen wir mit solchen allzu menschlichen Seiten um? Gerade in einer christlichen Gemeinde, wo wir ja alle die Liebe und die Barmherzigkeit und den Frieden ganz hoch halten und uns anständig behandeln wollen. Es könnte ja alles so schön sein, aber im harten Alltag kennt man ja die Dinge, die ab uns zu mal vorkommen. Ein paar Beispiele:

Plötzlich schmeißt ein wichtiger Mitarbeiter einfach seine Arbeit hin, weil irgendjemand eine Bemerkung hat fallen lassen, die ihn tief verletzt hat.
Plötzlich bleibt eine langjährige Besucherin weg und schweigt sich über die Gründe aus, und erst nach langem Nachfragen findet man heraus, was eigentlich schief gelaufen ist.
Da ist ein sanftmütiger Leiter, auf den man sich immer verlassen kann, aber auf einmal, nach vielen Jahren, gibt es einen Eklat, er brüllt in einer Gemeindeversammlung alle an, steht auf und verlässt den Raum.
Oder ein Ehepaar, das als tragende Säule der Gemeinde gilt, bekommt auf einmal Stress mit ein paar Leuten, und die Beziehungen werden schwierig und komisch, und mit einem großen Getöse beenden gleich 4, 5 oder 6 Leute ihre Mitgliedschaft.

Wer schon länger und intensiver in Vereinen oder Gemeinden unterwegs ist, weiß, dass diese Dinge im Großen wie im Kleinen immer wieder passieren können.

Woran liegt das?

Ich habe von Gemeinde als Minenfeld gesprochen. Eine Mine siehst du nicht. Sie liegt unter der Oberfläche. Nur ein kleiner Auslöser ragt vielleicht aus dem Boden, kaum zu sehen. Aber wehe, du trittst darauf. Dann fliegt dir unvermittelt alles um die Ohren.
Aber was sind das für Minen? Woher kommen diese Sprengsätze in unserem Leben? Wer hat sie gelegt? Und warum fällt es uns oft so schwer, sie rechtzeitig zu entdecken oder zu entschärfen?

Schauen wir uns mal ein prominentes biblisches Beispiel an:
Paulus und Barnabas. (Apg 15, 36ff.)
„Nach einiger Zeit sagte Paulus zu Barnabas: »Lass uns noch einmal alle die Orte besuchen, in denen wir die Botschaft Gottes verkündet haben! Wir wollen sehen, wie es den Brüdern und Schwestern geht!«
Barnabas wollte Johannes Markus mitnehmen, aber Paulus lehnte es ab, noch einmal mit ihm zusammenzuarbeiten; denn er hatte sie auf der vorhergehenden Reise in Pamphylien im Stich gelassen und die Zusammenarbeit abgebrochen.   Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung, und Paulus und Barnabas trennten sich. Barnabas fuhr mit Markus nach Zypern, Paulus aber wählte sich Silas als Begleiter.“

Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung. Da war jemand auf eine Mine getreten. Was war passiert? Auf der vorherigen Reise hatte Barnabas diesen jungen Mann aus Jerusalem als Missionshelfer mitgenommen. Johannes Markus. Aber mitten auf der Reise war ihm die Sache doch etwas zu heiß geworden, und er hatte sich ausgeklinkt. Während Barnabas und Paulus in Ikonion fast zu Tode gesteinigt wurden, saß dieser Johannes Markus wohl schon wieder friedlich zu Hause in Jerusalem. Paulus hatte das nicht vergessen. Als Barnabas ihn wieder mitnehmen wollte, sagte Paulus: „Den nehme ich nicht nochmal mit! Der ist zu nichts zu gebrauchen. Bleib mir bloß weg mit diesem Warmduscher! Wenn’s drauf ankommt, lässt der uns hängen.“
Aber Barnabas blieb bei seiner Meinung, und dann hat es wohl mal so richtig geknallt zwischen diesen beiden heiligen Aposteln. Es entstand eine Erbitterung, so heißt es wörtlich.

Offensichtlich war bei Paulus hier eine Mine explodiert. Es war nicht spurlos an ihm vorbei gegangen, dass Johannes Markus ihn hatte hängen lassen. Das hatte ihn offensichtlich sehr tief verletzt.

Ich sage das nicht, weil ich mit dem Finger auf Paulus zeigen will. Nein, wir sind in genau der gleichen Lage: Jede von uns, jeder von uns hat solche kleinen Sprengsätze unter der Oberfläche liegen, wo wir im Leben mal irgendwann ganz miese Erfahrungen gemacht haben, wo wir verletzt wurden oder wo etwas richtig schief gelaufen ist, sei es eigenes Versagen oder fremde Schuld. Und an diese Stelle lassen wir keinen ran. Wir wollen niemals wieder so verletzt werden. Und darum bauen wir um diese wunden Punkte in unserem Leben ein regelrecht militärisches Bollwerk aus Warnschildern, Stacheldraht und versteckten Sprengsätzen. Und wehe, jemand wagt es, sich in dieses verminte Gebiet zu begeben. Dann gibt es unweigerlich eine Reaktion.

Diese Reaktionen können unterschiedlich aussehen. Manche explodieren nach außen, werden laut und schlagen sprichwörtlich um sich. Andere schnappen eher ein und ziehen sich zurück. Manche werden auch bitter und hart und bauen Mauern auf, durch die keiner mehr durchkommt. Nach außen ein einigermaßen freundliches Gesicht, aber innen drin ist verbrannte Erde. Nach außen kannst du dich so in der Gemeinde blicken lassen, aber innerlich ist da etwas kaputt gegangen.

Jesus hat einmal in einem Beispiel auf den Punkt gebracht, worum es hier geht: Es fällt uns sehr leicht, die Probleme im Leben anderer Menschen zu sehen. Unser Blick für die Fehler anderer Menschen und anderer Christen ist messerscharf. Wir sehen den kleinsten Splitter im Auge unseres Bruders.
Aber Jesus sagt weiter: Das, was in deinem eigenen Leben kaputt ist, das nimmst du nicht wahr. Du siehst den Splitter in des Bruders Auge, aber nicht den Balken im eigenen Auge. Es ist ein fataler Irrtum zu meinen, wir könnten die Probleme in der Gemeinde einfach dadurch beseitigen, dass wir einfach die anderen auf den rechten Weg bringen. Nein, hier müssen wir anfangen bei uns selbst.
Darum geht es heute: Wenn die Gemeinde ein Minenfeld ist, dann gehören die dicksten und gefährlichsten dieser Minen zu dir. Sie liegen in deinem Leben. Unter deiner Oberfläche. Und der Mensch, der sie am besten entschärfen kann, bist du selbst.

Ich hatte in der ersten Predigt zu diesem Thema gesagt: Sei ein Minenräumkommando.
Das ist leicht gesagt. Und es ist sicher ein guter Vorschlag. Aber die spannende Frage ist ja: Wie geht das dann? Wie komme ich denn ran an die Dinge, die unter meiner Oberfläche vergraben sind?
Und Wie kann ich überhaupt herausfinden, wo diese blöden Minen vergraben liegen? Manchmal verstehe ich ja selbst nicht, warum ich so empfindlich bin. Manchmal finde ich die versteckten Dinge in meinem eigenen einfach Leben nicht.

Ich möchte mal so ein paar Vorschläge machen, dich ich persönlich hilfreich finde. Die funktionieren vielleicht nicht für jeden gleich gut, aber ich möchte Sie ermutigen, sich vielleicht so einen oder zwei Vorschläge mitzunehmen und da mal selbst weiter zu denken.
Der erste Vorschlag ist aber glaube ich für alle gleich wichtig. Er beginnt mit einem einfachen Gebet:

1. Bitte Gott, dass er dir die versteckten Dinge zeigt:
Ich mache in letzter Zeit viel Werbung für das stille Gebet. Das ist nicht nur so ein momentanes Hobby von mir, sondern ich glaube immer mehr, dass wir ohne diese urchristliche Praxis nicht wirklich weiter kommen. Ich glaube, dass hier der Schlüssel liegt zu geistlichem Fortschritt in einer immer lauteren und immer hektischeren Welt.

Ich kann Gott bitten: „Lieber Gott, bitte zeig mir die Sachen, an denen ich arbeiten soll. Amen!“ – und dann drehe ich mich um und stürze mich wieder in meinen Alltag.
Ich kann aber auch konzentriert vor Gott aushalten und still werden. Und wirklich hinhören, was mir bewusst wird. Ruhig mal zehn, zwanzig, dreißig Minuten.
Wer diese Übung des stillen Gebets ausprobiert, der wird merken, dass es nicht einfach ist.

Zum einen ist es nicht einfach, wirklich in die Stille hinein zu kommen. Denn unsere ganzen Gedanken und unser Alltag haften an uns wie Klettband. Was mich gerade bewegt und was ich noch alles erledigen muss und dies und das. Es kann lange dauern, bis mein Inneres wirklich zur Ruhe kommt, um auf Gott zu hören.

Zum anderen ist es nicht einfach, weil wir in dieser Stille vor Gott nicht einfach zu einem seligen Frieden finden. Es gibt ja dieses Klischee von der Meditation, wo man tiefen inneren Frieden findet und verklärt im Schneidersitz auf einem bequemen Kissen sitzt.
Ja, man kann in der Stille auch inneren Frieden finden. Aber der Weg dorthin ist nicht so still, wie er aussieht.
Wenn wir vor Gott still werden, dann zeigt uns der Heilige Geist nämlich die Dinge unter unserer Oberfläche. Dann werden auf einmal die vergrabenen Minen sichtbar. Und das Wichtigste: Dann werden die Verletzungen sichtbar, die wir mit uns herum tragen. Und das ist nicht lustig. Vielleicht ist das der Grund, warum wir echte Stille so wahnsinnig schwer aushalten können. Weil wir schon ahnen, dass uns dann einige unangenehme Dinge bewusst werden.
Ja, geht es dann auch ohne Stille? Ich sage es mal in einem Vergleich: Die Stille vor Gott ist wie ein Metalldetektor. Damit kannst du die versteckten Minen finden, bevor sie explodieren. Du kannst sehen, womit du es zu tun hast und kannst dich in Ruhe daran machen, das Ding irgendwie auszubuddeln.
Man kann Minen auch anders finden. Einfach ausprobieren, wo es knallt. Das ist vielleicht keine so gute Methode, aber wer darauf besteht, kann es auch so machen.
Nein, lassen wir diese makaberen Scherze: Ich glaube, es liegt in unserer Verantwortung, an uns selbst zu arbeiten, damit keiner noch mehr verletzt wird. Weder wir selbst noch andere. Und ich ich bin davon überzeugt und glaube, dass Gott uns liebend gerne dabei helfen will, wenn wir es auch wollen.
Damit fängt es also an: Geh in die Stille und bitte Gott, an dir zu arbeiten. Das ist der beste Minensuchdetektor.

Mein zweiter Vorschlag: Stelle genug Warnschilder auf.

Man kann nicht alles sofort entschärfen. Manche Minen sind nur sehr schwer auszugraben.
Es beginnt aber damit, dass man wenigsten weiß, wo diese komplizierten Fälle liegen. Und da müssen wir mit uns selbst sehr ehrlich sein: Niemand von uns, behaupte ich mal, kann alle Gefahrenstellen in seinem Leben einfach so beseitigen. Manches ist sehr schwer hinzubekommen. Manches dauert einfach sehr lange.
Darum ist es wirklich hilfreich, wenn wir manche Bereiche für uns selbst und vielleicht für andere kenntlich machen. Wenn ich selbst weiß, wo meine größten Gefahrenstellen liegen, dann werde ich doch versuchen, dass ich damit weder mich selbst noch andere verletze.
Zum Beispiel wenn ich merke, dass bestimmte Situationen mich total aggressiv machen, wäre es vielleicht eine gute Idee, wenn ich in der Gemeinde nicht gerade in ausgerechnet diesem Bereich mitarbeite. Wenn der Mathelehrer immer ganz gemein zu mir war und Zahlen machen mich depressiv und ich trage da eine tiefe Verletzung mit mir herum, dann ist der Job des Kassierers vielleicht nicht der beste Ort, wo ich in der Gemeinde mitarbeiten sollte. Oder wenn ich weiß, dass ich kurz davor bin, jemanden zusammenzuschreien, dann ist es vielleicht eine gute Idee zu sagen: Du, lass uns erstmal drüber schlafen und nächste Woche nochmal in Ruhe reden – mir geht’s gerade nicht so gut damit.
Vielleicht denkt jetzt jemand: „Was erzählt der denn da? Das ist doch billiges Vermeidungsverhalten. Du kannst doch nicht immer auf Harmonie machen und die wirklichen Probleme vermeiden!“
Ja, das stimmt. Die Probleme müssen auch angepackt werden. Wenn beim Gemeindefest hinterher aufgeräumt werden muss, dann kann ich nicht dauernd sagen: Och, lass mich mal da raus – beim Tische schleppen bekomme ich immer so schreckliche Wutanfälle.
Oder wenn ein klärendes Gespräch nötig ist, kann man sich auch nicht immer herausreden.
Es ist aber wichtig, dass a) wir selbst ein gutes Gespür für unsere Problemzonen bekommen und b), dass wir andere nicht ins offene Messer laufen lassen. Manchmal ist es hilfreich, das auch offen zu sagen: Du, in diesem Bereich läufst Du bei mir auf vermintem Gebiet. Das ist für mich nicht einfach – lass uns da mal bitte ganz vorsichtig sein.
In manchen Fällen haben wir ja durchaus auch Verständnis dafür. Wenn wir wissen, dass ein trockener Alkoholiker dabei ist, werden wir nicht komisch kucken, wenn er beim Abendmahl den Wein auslässt. Und wenn jemand gerade eine gescheiterte Beziehung hinter sich hat, dann spricht man ihn oder sie auch nicht plump auf diese Themen an.
Aber nicht immer wissen wir das. Und darum kann es hilfreich sein, wenn wir für andere sozusagen Warnschilder aufstellen, wenn wir anderen auch zeigen: Du, das ist mir jetzt unangenehm. Bitte komm mir in diesem Punkt nicht zu nahe.
Okay, das war jetzt sozusagen eine Übergangslösung.
Der bessere Vorschlag ist sicher: Wenn Du in deinem Leben so eine Mine gefunden hast, dann raus damit!
Vorschlag Nr. 3: Grabe aus, was Du ausgraben kannst. Mach’ dich ran:

Meistens haben diese Verletzungen in unserem Leben damit zu tun, dass uns jemand weh getan hat. Manchmal haben wir auch selbst uns eine Verletzung zugefügt. Irgendjemand ist jedenfalls daran schuld. Und für Schuld haben wir Christen eigentlich eine gute Lösung. Das ist die Vergebung und Versöhnung. Zu diesem Thema müsste man jetzt sehr in die Tiefe gehen – das mache ich heute nicht. Aber mal so ganz kurz gesagt: Meistens gibt es in diesem Prozess einen Punkt, wo ich mich überwinden muss, Vergebung ganz konkret auszusprechen. Egal, ob ich mir selbst etwas vergeben muss oder jemand anderem. Vielleicht bin ich auch sauer auf Gott selbst. Ganz egal: Irgendwann komme ich an den Punkt, wo es dann heißt: Ich vergebe dir. Diese Vergebung kann man auch erstmal ganz für sich alleine aussprechen, bevor man sie vor jemand anderem ausspricht. Zuerst muss man sich selbst überwinden und sich sagen: Ja, ich will vergeben. Ich möchte dieser Sache in meinem Leben keine Macht mehr geben. Diese Verletzung soll kein Recht mehr haben, mein Leben kaputt zu machen. Und darum im Namen Jesu, der ans Kreuz gegangen ist um der Versöhnung willen: Ich vergebe.
Manchmal kann es dann nötig sein, auch andere um Vergebung zu bitten, oder das mal auch laut auszusprechen. Manchmal geht das nicht so 100%, aber dann habe ich es wenigstens für mich selbst klar gemacht: Diese Mine ist entschärft! Die soll weder mir noch anderen noch um die Ohren fliegen dürfen.

Manchmal merkt man aber auch, oh, das wird jetzt schwierig. So einfach ist das nicht. Darum der Vorschlag Nr. 4: Frag’ jemanden, der sich mit Minenentschärfung auskennt.

Du kannst darüber mit einer Person deines Vertrauens reden. Konkret in der Seelsorge. Oder in manchen Fällen auch tiefer rangehen und wirklich professionelle Beratung suchen. Ich merke immer wieder, dass Christen Angst haben, in eine Psychotherapie zu gehen, weil sie denken, sie müssten ihre Probleme alle im Glauben lösen. Manche denken: Wenn Du in eine Therapie gehen musst, hast du versagt. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wenn Du mit dem Fahrrad unterwegs bist und wirst von einem Auto angefahren und brichst Dir beide Beine, dann schämst du dich ja auch nicht, wenn du zum Chirurgen kommst. Und wenn unsere Seele angefahren wurde und eine Verletzung erlitten hat, dann dürfen wir uns auch nicht schämen, uns helfen zu lassen.
Vieles schaffen wir nicht alleine. Aber manchmal sind wir einfach zu stolz, uns helfen zu lassen. Es gibt vielleicht manche vergrabenen Minen, die wir ganz genau kennen. Aber alleine bekommen wir sie nicht entschärft. Aber wir sind zu stolz, uns helfen zu lassen.
Sei nicht zu stolz, dir helfen zu lassen.

Es hat auch etwas damit zu tun, was das höchste Gebot ist. Das Liebesgebot. Es endet in einer kleinen Formulierung, die wir oft geflissentlich übersehen. Liebe Gott und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Ich glaube, dass wir so oft an diesem Gebot scheitern, weil wir uns selbst nicht genug lieben. Dass wir lernen, gnädig mit uns selbst zu sein. Barmherzig mit uns selbst. Unsere Fehler nicht verstecken, sondern zugeben, dass wir Hilfe brauchen, dass wir Vergebung brauchen.

Liebe dich selbst.
Sei gnädig zu dir und sei gnädig zu anderen.

Der letzte Vorschlag – so als Schlusssatz: Dann, wenn wir das alles getan haben, und uns ganz intensiv um unsere eigenen Minen gekümmert haben, dann, so sagt Jesus: Jetzt erst bist du so weit, dass Du auch anderen helfen kannst.

So weit diese Vorschläge:

1. Geh in die Stille und bitte Gott, dir die Minen zu zeigen.
2. Stelle notfalls Warnschilder auf.
3. Grabe aus, was du ausgraben kannst. Sprich Vergebung aus.
4. Hole dir Hilfe
5. Hilf anderen, die Minen zu entschärfen.